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  • Kevin Kada

12 in 12 - Großer Panda: Es ist nicht alles schlecht

Ja, wenn es um Tiere und deren Schutz geht, dann versagt der Mensch in den meisten Fällen. Auch beim Großen Pandabär ist nicht alles Gold was glänzt. Aber hier muss man tatsächlich sagen, dass es sinnvolle Programme gibt. Und vor allem haben sich hier bestimmte Organisationen und auch Länder dazu bekannt, den schwarz-weißen Bären zu schützen.


Fast jeder kennt es: das WWF-Logo mit dem Großen Panda. Dass die Tierschutzorganisation ausgerechnet dieses Tier als Logo hat, hat einen guten Grund. Denn der WWF ist wohl die treibende Kraft hinter dem Schutz des Pandas.


Zunächst wieder einmal ein bisschen etwas grundsätzliches zum Großen Panda. Der Bär lebt meist in Laub- und Nadelwäldern mit Bambus-Unterwuchs. Zudem kommt der Panda nur in Asian vor. Sein Verbreitungsgebiet zieht sich von Peking im Norden bis Ost-China und nach Süden bis ins heutige Myanmar und Vietnam.

Zudem leben die Bären heutzutage nur noch in großen Höhen. Ihr Lebensraum befindet sich auf 1.500 bis 3.000 Metern. Hier setzt das erste Problem ein. Denn der Panda muss soweit oben leben, weil die Lebensräume in niedrigeren Lagen bereits nicht mehr existieren.

Der Grund dafür ist, wie soll es auch anders sein, der Mensch. Durch die Abholzung von Waldgebieten sowie den Bau von Straßen, Schienen und die Nutzung als landwirtschaftlichen Nutzflächen, ist der Panda aus den größten Teilen Chinas vertrieben worden. Zuflucht findet er eben nur noch weiter oben und da auch vor allem in, voneinander isolierten, Bergregionen.


Diese Regionen sind als Naturschutzreservate ausgewiesen und in ihnen leben gut zwei Drittel aller Pandas in freier Wildbahn. Etwa 33 Prozent leben außerhalb.


Bestand wächst


Dass der Schutz der flauschigen Bären dem Land China ein großes Anliegen ist, zeigt sich in der "Volkszählung". Alle zehn Jahre wird der Bestand der Pandas statistisch erfasst. Zuletzt war das 2014, bei der bisher größten Zählung in der Geschichte, der Fall. Das erfreuliche Ergebnis: Der Bestand wurde auf mindestens 1.864 Tiere geschätzt. Was im Vergleich zur Zählung 2004 einen Zuwachs von rund 17 Prozent bringt.


Es geht also zumindest wieder in die richtige Richtung. Die Lage der Pandas in freier Wildbahn, war aber schon einmal besser. Denn bei der ersten Zählung 1974-1977 gab es noch rund 2.560 Tiere in der Wildnis. Nur zehn Jahre später ist der Bestand bereits auf lediglich 1.216 Große Pandas gesunken. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Population also mehr als halbiert.

Hinter der Zählung und dem Schutz der Pandas steht nicht nur der WWF sondern vor allem die staatliche Forstbehörde Chinas (SFA). Die Pandazählung findet über mehrere Tage statt und insgesamt rund 2.000 Menschen helfen dabei.


Wie ist die Situation in Zoos?


Hier muss man sich einmal die Ausgangslage ansehen: Pandas in Zoos gehören fast ausschließlich dem Staat China. Wenn man also einen Panda, so wie im Tiergarten Schönbrunn, sieht, dann ist dieser nur eine Leihgabe Chinas. Der Grund, warum man Pandas in die ganze Welt schickt ist neben dem Prestige für die Zoos aber vor allem die Aufzucht.


Schönbrunn ist seit 2003 Teil des Programms und bezahlt für die Leihgabe. Dieses Geld fließt dann in den Aufbau von Schutzreservaten. Nach eigenen Angaben des Tiergartens Schönbrunn habe man so bereits 27 Schutzreservate mitfinanziert.


Anders als bei vielen anderen Tierarten werden die Jungtiere, die in den Zoos nachgezüchtet werden, tatsächlich wieder auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Aber auch hier kann man nicht darüber hinwegsehen, dass dem Panda in einem Zoo bei weitem kein so großer Lebensraum zur Verfügung steht.


Zudem gibt es auch von einigen Tierschutzorganisationen wie Peta die Kritik, dass die Zoos nur wenig Interesse am Artenschutz hätten. "Die Panda-Zucht ist auf Kommerz ausgerichtet, nicht auf Artenschutz [3]. In chinesischen Panda-Aufzuchtstationen wie in Chengdu können Besucher für viel Geld ein Foto mit einem Panda auf dem Schoß machen. Durch die Zucht der Tiere werden dem zahlenden Publikum wie am Fließband ständig neue süße Panda-Babys präsentiert" schreibt Peta in einem Bericht von 2018 über die Pandazucht.

Und daran ist leider auch sehr viel Wahres dran. Wenn es Panda-Nachwuchs im Zoo gibt, wie zuletzt 2016 in Wien, dann wird dieser Nachwuchs medial ausgeschlachtet. Kalender, Bilder zum aufhängen, T-Shirts und Co. sind das Nebenprodukt, neben den gesteigerten Einnahmequellen durch Besucher.

Und zugegeben. Auch ich habe 2016 die Panda-Zwillinge Fu Feng und Fu Ban mit großer Begeisterung besucht und fotografiert. Damals noch ohne dem Wissen, um ihre Lebenssituation.


Aller Profitgier und der Kommerzialisierung der Aufzucht zum Trotz, muss man dem Programm allerdings zugutehalten, dass dadurch tatsächlich der Bestand der Pandas in freier Wildbahn aufgestockt werden konnte. Und so steht der Große Panda auf der Liste der bedrohten Tierarten nicht mehr unter "stark gefährdet" sondern "nur" noch unter "gefährdet". Vom Aussterben bedroht ist er aber weiterhin.

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